Es ist der 31. Dezember, und ich wünsch’ mir was fürs nächste Jahr.
Einer meiner Wünsche ist, öfter mal wieder in Seelen-Zeit eintauchen. Das letzte Jahr war so intensiv, es ist so viel passiert, da habe ich das völlig vergessen im Trubel der Ereignisse.
Die Zeitqualität, die ich empfinde, wenn ich das Gefühl habe, in Zeit einzutauchen, nenne ich Seelen-Zeit. In diesen Momenten fühlt sich Zeit weit, leicht und fluffig an – schwebend wie eine Sommerwolke am Himmel.
Seelen-Zeit kommt mir vor wie eine Klammer, eine Parallelzeit, die sich aus der linearen Zeit unserer westlichen Leistungswelt löst, ja, gar nichts mit ihr zu tun hat. Seelen-Zeit ist schwebend und befindet sich auf einer anderen, höheren Frequenz. Sie ist wie eine wohltuende Oase, ein Aufatmen, das durch den ganzen Körper geht.
Seelen-Zeit passiert mir, wenn ich im Café sitze und schreibe. Wenn ich tolle Musik höre. Die Zeitqualität, die ich meine, empfinde ich vor allem, wenn ich allein bin. Aber nicht zu Hause. Am leichtesten ist es, wenn ich irgendwo allein unter Menschen bin, mich verbunden fühle, aber nicht direkt mit jemandem kommunizieren muss. Wenn ich im Café sitze, oder mich durch die Stadt treiben lasse, ohne konkretes Ziel. Zu Hause bin ich schnell von endlosen To-Do-Listen oder anderen Dingen wie herumliegenden Büchern, Wäsche oder Staub abgelenkt.
In der Seelen-Zeit befinde ich mich auf einer anderen Ebene, einer anderen Frequenz. Tatsächlich funktioniert das Gehirn ja in verschiedenen Frequenzen, und Seelen-Zeit bewirkt eine Frequenz in Richtung Tagträumen. Auf dieser Frequenz kommen auch neue Ideen, ohne darüber konzentriert nachdenken zu müssen. Seelen-Zeit lockt Ideen und Einfälle an.
Während ich das Foto aussuche und den Artikel schreibe, bin ich auch in Seelen-Zeit und lächele still vor mich hin. Seelen-Zeit macht Spaß und ist so frei und inspirierend… Ja, ich nehme mir fest vor: Hier will ich im nächsten Jahr öfter mal verweilen!
